Chamonix, Mont Blanc The top of Europe
Chamonix ist das Mekka Europas, wenn es um Outdoor-Sport geht. Seilkletterer, Eiswanderer, Mountainbiker und viele andere geben sich hier die Hand. Und was Extremsportler anzieht, zieht bekanntlich auch Menschen an, die besondere sportliche Momente festhalten wollen – wie Landschaftsfotografen, zu denen ich mich zähle. Vor einiger Zeit habe ich mich auf ein Solo-Abenteuer in die Tiefen der französischen Alpen gewagt, um endlich den Mont Blanc und sein berühmtes Taldorf Chamonix mit eigenen Augen zu sehen. Chamonix bietet eine unfassbare Vielzahl an Wandermöglichkeiten und damit zahlreiche Kompositionen und Motive für die Fotografie. Ich habe mir im Vorfeld einige Spots herausgesucht, die ich unbedingt besuchen wollte. Hier sind meine Top 4. Spoiler Alert: Mutter Natur macht, was sie will, und manchmal sind die Bedingungen anders als vorhergesagt oder gewünscht.
Die Aiguille, übersetzt bedeutet sie "Spitze", ist in der Region Chamonix an mehreren Orten zu finden. Doch die bekannteste ist wohl die Aiguille du Midi. Auf knapp über 3.800 Höhenmetern liegt die Spitze und bietet ein unfassbares Panorama über das Tal von Chamonix, den Mont Blanc und einen Großteil der französischen Alpen. Der Gipfel lässt sich bequem per Seilbahn erreichen, wenngleich dies nicht ganz günstig ist. Für ein Einzeltickethin und zurück muss man etwa 90 € bezahlen. Doch die gebotene Aussicht ist jeden Cent wert. Kleiner Tipp: Nimmt die frühstmögliche Bahn nach oben, da es circa zwei Stunden später stark überlaufen sein kann. Für meine Bilder habe ich hauptsächlich mein Nikkor-Weitwinkel 16-35 mm und mein Tamron Telezoom 70-200 mm genutzt. Mit 200 mm kommt man schon sehr gut zurecht, wobei ich mir an einigen Stellen noch mehr "Zoomkraft" gewünscht hätte. Je nach Jahreszeit empfehle ich, warme und windfeste Kleidung einzupacken. Es war deutlich kälter auf der Aiguille du Midi als erwartet. Während es im Tal angenehme 15 Grad hatte, erwarteten mich dort -5 Grad. Es gibt zwar Möglichkeiten, sich oben im Restaurant aufzuwärmen, aber seien wir ehrlich: Man möchte die Zeit draußen verbringen und das Panorama genießen.
Mer de Glace ist einer der letzten Gletscher, die es noch gibt. Er zählt zu den 11 Eisgletschern weltweit und ist ein absolutes Muss für jeden Fotografen. Durch den Klimawandel nimmt die Eismasse jedes Jahr erheblich ab, und es wird prognostiziert, dass der Gletscher bis 2065 vollständig verschwunden sein wird. Wie bei der Aiguille du Midi empfehle ich, früh dort zu sein. Du kannst auch einen Seilzug nehmen, dessen Ticket recht erschwinglich ist und bei etwa 35 € liegt. Für die Wanderer, die sich insgesamt 2.000 Höhenmeter zutrauen, gibt es die Möglichkeit, den Mer de Glace auch zu Fuß zu erreichen. Oben angekommen, erwartet dich eine spektakuläre Aussicht. Die schiere Masse an Eis, die sich graziös zwischen den Bergen emporzieht, ist für mich eine wahre Schönheit der Natur. Nimm am besten ein Weitwinkelobjektiv mit, mindestens 20 mm, um das gesamte Panorama festhalten zu können.
Der Lac Blanc ist, wie sein bergischer Namensvetter, wohl der bekannteste See in Chamonix. Er liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Mont Blanc und bietet Fotografen eine einzigartige Möglichkeit, nämlich die Spiegelung des Berges im kristallklaren Wasser einzufangen – vorausgesetzt, es ist nicht allzu nebelig, wie es bei mir der Fall war. Wie du unten schwer erkennen kannst, sieht man nichts. Doch man kann auch deutlich mehr Glück haben und die volle Pracht des Sees erleben. Das bedeutet im Umkehrschluss: Schau dir die Wettervorhersage regelmäßig an, um am Gipfel nicht enttäuscht zu werden. Die Wanderung dorthin ist recht moderat, vor allem wenn man das erste Teilstück mit der Seilbahn zurücklegt. Ansonsten ist leichtes Gepäck empfehlenswert, da du gute 5 bis 6 Stunden vom Tal aus einplanen solltest.







Der Glacier de Pélerins ist vom Gipfel des Aiguille du Midi zu betrachten. Unterhalb des Mont Blanc gelegen, bietet dieser Gletscher Fotografen die Möglichkeit, beeindruckende Strukturen und Texturen einzufangen. Hier empfehle ich ein Telezoom-Objektiv, idealerweise mit einer Brennweite von 200 mm oder mehr. Mein Objektiv war zwar ausreichend, aber ich hätte mir manchmal mehr Zoom gewünscht.